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IchZeit Rheinland Pfalz
22.12.2011 von:
22
Dez
Aniko
von

Warum ich im Herbst zu Laufen anfange…

Joggen hoch über den Weinbergen

 

Der Rotweinwanderweg – meine neue Tanzfläche

Oder: Warum ich im Herbst zu Laufen anfange!

Die Jeans kneift, im Shirt zeichnen sich immer mehr unerwünschte Rundungen ab. „Nein, ich bin nicht schwanger“, ist derzeit meine häufigste Antwort auf fragende Blicke. Ich habe einfach nur zugenommen. Leider lässt sich das Zunehmen nicht vermeiden, da ich auf glutenfreie Kost umstellen musste. Nun fühle ich mich zwar besser und fitter,  denn mein Körper nimmt endlich die Nährstoffe auf, die ich zu mir nehme. Aber es bleibt eben auch nicht aus, dass sie auch irgendwo hängen bleiben. Am Bauch zum Beispiel. Gerne auch am Po. Aber weniger essen ist keine Option. Ich kann nicht auf noch mehr verzichten als auf Brot, Pasta, Pizza und Bier. Es muss eine andere Lösung geben. Zur Gewichtszunahme kommt hinzu, dass ich immer öfter Rückenprobleme habe, die einzig aus zu einseitiger Belastung und zu wenig Bewegung resultieren.  Für den regelmäßigen Gang ins Fitnessstudio habe ich aber keine Zeit. Der Tag hat schon ohne die Quälerei an den Geräten viel zu wenig Stunden. Da kam mir eine zündende Idee: Multitasking macht zwar bekanntlich krank, aber wenn man zwei Dinge sinnvoll miteinander kombiniert, kann das doch nicht schaden: Mit dem Hund muss ich sowieso jeden morgen spazieren gehen. Warum also nicht die Turnschuhe anschnallen und mich etwas schneller bewegen? Gesagt getan: Sportsachen an, Kopfhörer in die Ohren und hinauf in die Weinberge.

Ich muss zugeben: Das Ahrtal ist im Herbst mit seinen rot-goldenen Weinbergen ein wahres Paradies. Wer hier lebt und die Augen davor verschließt, ist selber schuld. Ganz oben auf dem Rotweinwanderweg beginne ich meinen Selbstversuch. Es ist 8:30. Der Frühnebel sitzt noch unten im Tal, aber die Sonne wirft schon ihre ersten Strahlen auf die Farbenpracht, die jetzt meinen ganzen Blick ausfüllt. Vor mir liegt ein wunderbar einfacher, nahezu ebener Wanderweg, asphaltiert und mit einem fantastischen Blick bis zur Rotweinmetropole Ahrweiler, in der sich gerade das Kloster Kalvarienberg aus dem Nebel befreit. Ich drehe mich einmal um 360 Grad. Niemand ist hier. Außer meinem Hund und mir. Mir wird allmählich klar, warum Nordic Walking im Ahrtal so beliebt ist. Nun schalte ich mir meine Lieblingsmusik in die Kopfhörer, atme tief durch und gehe langsam los, werde allmählich schneller, fast im Takt der Musik. Und dann überkommt mich plötzlich der Moment, an dem ich loslaufen möchte. Nicht muss. Möchte. Ich will hinein in diese Schönheit und sie erlaufen. Ich laufe langsam, im Rhythmus der Musik, die mich zum Laufen geradezu inspiriert und motiviert. Mit der richtigen Musik muss man sich nicht dazu zwingen, weiterzulaufen – man mag nicht mehr aufhören. Ich setze mich aber keinem Stress aus, als es mir zuviel wird, lege ich Gehpausen ein, mache langsamer. Am schönsten Punkt des Rotweinwanderweges bleibe ich stehen – und gebe mich hin: den Dehn- und Stretchübungen mit Blick auf meine Stadt. Ich spüre meinen Rücken, jeden einzelnen, vernachlässigten Muskel. Dazu die Musik.  Es ist ein unglaubliches Gefühl. Der Rhythmus überkommt mich wieder und ich laufe weiter, immer weiter….mein Hund ist verwirrt ob soviel Bewegung, die ich ihm gerade zugestehe. Und dann passiert es: Die Musik steigert sich immer weiter in ihrem Takt. Die Euphorie überkommt mich und ich erwische mich dabei, wie ich hochspringe, die Arme in die Luft hebe….und tanze. Der Rotweinwanderweg wird zu meiner Tanzfläche. Niemand schaut mir dabei zu. Ich fühle mich unendlich frei.

Ideale Wege für Laufanfänger und Fortgeschrittene

 

Was ist alles in den letzten dreißig Minuten geschehen:

–       ich habe mich bewegt, mein Herz-/Kreislaufsystem gestärkt

–       ich habe meine Rückenmuskulatur gedehnt und gekräftigt

–       ich habe den Kalorienverbrauch und Fettabbau durch das Joggen angeregt

–       ich habe jede Menge Sauerstoff eingeatmet

–       ich habe in Ruhe mal meine Musik hören können, und nicht wie sonst nur Kinderlieder.

–       Ich habe meinen Gedanken freien Lauf lassen können, konnte sie sortieren und klären und mich neu inspirieren

–       Ich fühlte mich für 30 Minuten ganz frei

–       Ich habe meinen Blick schweifen lassen können und mich dabei an der Schönheit meiner Heimat erfreut

–       Ich habe getanzt….

–       …und bin vollkommen euphorisiert und fit in den Tag gestartet

–       Ich habe also jede Menge für meine Gesundheit, meine Fitness und mein Wohlbefinden getan.

 

Und wenn man demnächst nach oben in die Weinberge schaut und jemanden dabei beobachtet, wie er seltsame Bewegungen macht: Es könnten meine Stretchübungen sein….vielleicht tanze ich aber auch gerade mal wieder über den Rotweinwanderweg.

 

Ideale Laufwege für Körper und Seele

 

Tipps für den Anfang:

Ich habe sieben Jahre keinen Sport getrieben. Man könnte sagen, ich bin raus. Aber ich habe mich ein wenig schlau gemacht, worauf ich achten muss:

–       ruhig und langsam mit dem Joggen anfangen! Das heißt zum Beispiel für den ersten Tag: Achtmal drei Minuten locker laufen, dazwischen je zwei Minuten Gehpause einlegen. Am zweiten Trainingstag bedeutet das: Sechsmal fünf Minuten locker laufen, dazwischen je zwei Minuten Gehpause. Wer so beginnt, kann schon nach 14 Tagen ganz locker und schmerzfrei 30 Minuten joggen.

–       Nur einen über den anderen Tag joggen

–       Stretching-Übungen sind sinnvoll zur Verbesserung des Wohlbefindens, des Körpergefühls und der Beweglichkeit. Vor Verletzungen schützen sie aber nicht sicher. Man muss sich auch nicht zu Beginn dehnen – zum Aufwärmen reicht es aus, die ersten Minuten bewusst langsam zu laufen.

Natürlich gibt es noch wesentlich mehr zu beachten, wie die richtige Kleidung, die Pulsmessung, etc. Ich möchte jedoch kein Leistungssportler werden, sondern in erster Linie meine Figur halten und darüber hinaus meiner Muskulatur etwas Gutes tun. Ich bin gesund, Mitte dreißig und fühle mich fit genug, mich auch ohne ärztlichen Check up sportlich zu betätigen. Menschen, die sich unsicher sind, sollten sich jedoch vorher mit ihrem Arzt unterhalten.

Ich bin einfach drauf losgelaufen und frage mich nach 3 Wochen Training: Was habe ich eigentlich all die Jahre zuvor gemacht?

 

Zum körperlichen Befinden:

– Ich hatte keinen Muskelkater oder sonstige Beschwerden

– Ich habe bereits 1,5 Kilogramm abgenommen bei gleicher Ernährung

– Mein Rücken scheint geschmeidiger, es knackst nicht mehr ständig.

Zum Seelischen Befinden:

–       ich habe wesentlich mehr Energie

–       ich fühle mich ausgeglichener

–       ich nehme mir bewusst Zeit für mich, was meiner Seele gut tut

–       meine Glückshormone wurden angekurbelt, die Stimmung gesteigert. Das kommt mir, aber auch allen um mich herum zugute.

P.S.: Laufen macht auch und vor allem in der kalten Jahreszeit Spaß. Man hat immer eine Ausrede, gerade nicht damit anfangen zu können. Im Sommer ist es zu warm, im Winter angeblich zu kalt. Doch das ist quatsch: zieht Euch warm an, die innere Wärme kommt nach ein paar Minuten von ganz alleine.



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2 Kommentare »

  1. Udo
    Udo — 22. Dezember 2011 @ 16:30

    Ein wunderbarer Beitrag, unterhaltsam geschrieben und sooooo wahr.
    Du sprichst mir aus der Seele.
    Vor 5 Jahren ging es mir genauso. Es war nach den Weihnachtsfeiertagen und ich fühlte mich nur noch satt, faul und prall.
    Im Januar fing ich an zu laufen, erst langsam, jeden zweiten Tag, aber regelmäßig und nach nicht einmal einem halben Jahr war ich 12 Kilo leichter und fit wie nie zuvor.
    Warum ich später wieder weniger lief, schließlich ganz aufhörte und auch wieder zunahm, ist eine andere Geschichte, die nicht hierhin gehört.
    Seit Wochen und Monaten jedoch habe ich vor, wieder zu beginnen (die Ausreden, warum ich es aufschob, hast du schon genannt).
    Dein Bericht ist nun der nötige Schubser, auf den ich gewartet habe.
    Morgen – nein, besser heute noch – werde ich beginnen.
    Danke.

  2. Gerd Breuer — 20. Januar 2012 @ 12:41

    Hallo Udo, na, wie läuft’s, bist du gestartet? 🙂
    Wer das nicht selbst macht, weiß oft gar nicht, was das für Glückshormone bringt. Also nicht nur gut für den Körper, sondern auch für die Seele.

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