Ihre Suche im IchZeit-Blog:

Beiträge auf der Karte

Blog-Archiv

  • 2016 (4)
  • 2015 (40)
  • 2014 (28)
  • 2013 (34)
  • 2012 (63)
  • 2011 (56)
IchZeit Rheinland Pfalz
8.02.2012 von:
8
Feb
Aniko
von
Kategorie: Gesundheit,

Alle reden drüber: Was schließe ich aus der „Vitaminlüge“?

Seit dem Leitartikel im Spiegel Nr 3. Vom 16.01.2011 wird heiß diskutiert, in wieweit die Einnahme synthetischer Vitaminpräparate dem Konsumenten einen Nutzen bringt, und, noch schlimmer, ob die Einnahme spezieller Vitaminpräparate sogar gesundheitsschädlich ist.

Natürlich greift der Spiegel das Thema gewohnt kritisch auf und versucht den Pharmaunternehmen auf den Zahn zu fühlen. Aber das ist ja auch mal ganz gut so. Denn nichts wird so selbstverständlich und ohne große Frage nach Nebenwirkungen eingenommen wie Vitaminpräparate. Wem oder was sollen sie schon schaden? Ist doch alles ganz natürlich. Aber eben genau das nicht. Die nahezu willkürliche, ungeprüfte und unkritische Einnahme von allem, was für Körper und Geist angeblich nur gut sein kann, das stellt der Spiegel mit seinem Artikel auf den Prüfstand und an den Pranger.

 

Vitamintabletten: Gesundheitsfördernd oder Gesundheitsschädigend?

28 Prozent der Bevölkerung in Deutschland zwischen 14 und 80 Jahren nehmen sogenannte Supplements, also Nahrung ergänzende, von der Industrie hergestellte Vitaminpräparate ein. An die 907 Millionen Euro geben die Deutschen dafür aus. Dem Spiegel geht es in seinem Artikel aber nicht mal mehr um das in Frage stellen von Nutzen oder Wirkung. Er behauptet, dass Supplements nicht nur nichts nutzen, sondern massiv die Gesundheit schädigen können. Und zitiert dafür zwei Studien aus den 90er Jahren, die aber bis heute nicht widerlegt werden konnten, weil sie für die Probanden schlicht zu gefährlich waren. Obwohl sie nur mit Vitaminpräparaten versorgt wurden. Untersucht wurde der Nutzen von zugegebenem Vitamin E und Betacarotin bei Rauchern, die bewiesenermaßen von beidem zu wenig haben. Die Studie musste wegen einer Erhöhung der Gesamtsterblichkeit um 8 Prozent und einem Anstieg von Lungenkrebs um 18 Prozent abgebrochen werden. Und zwar bei der Gruppe, die mit Vitamin E und Betacarotin versorgt wurde. Die Gruppe derer, die nur Placebos nahmen, zeigte keine Auffälligkeiten. Zu einem ähnlichen Ergebnis sei eine Folgestudie mit Vitamin A und Betacarotin gekommen, die ebenfalls abgebrochen werden musste. Auch die Schädlichkeit von Vitamin E habe sich in einer anderen Studie herausgestellt: Die Männer, die Vitamin E einnahmen, hatten ein um 17 Prozent erhöhtes Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken. Laut der Cochrane-Collaboration, die 67 Studien zu Vitaminen ausgewertet hatte, habe die Zufuhr von Vitaminsupplementen die Sterblichkeit signifikant erhöht und zwar nach Gabe von Vitamin A, Betacarotinen und Vitamin E.

Für die schädlichen Effekte könnte es laut einem älteren Artikel von spiegel online nach Ansicht der Forscher unterschiedliche Erklärungen geben. Obwohl Antioxidantien eingesetzt werden, um die freien Radikale im Körper abzufangen, könnte sich eine zu starke Abnahme der Radikale unter Umständen auch negativ auf die natürlichen Abwehrkräfte des Körpers auswirken. Zudem würden die synthetisch hergestellten Vitamine nicht wie andere Medikamente streng auf mögliche Nebenwirkungen getestet.

Um unsere Objektivität zu bewahren: Kritiker des Artikels prangern an, dass bei den Studien zu einseitig und somit zu hoch dosiert verabreicht wurde und dass eine Ernährung nur aus einem Zusammenspiel vieler Faktoren optimal ist. Dennoch gut zu wissen: Bei Vitamin C und Selen habe sich kein Effekt gezeigt.

 

Was schließe ich für mich aus der aktuellen Diskussion?

Ganz sicher kommt es immer auf jeden einzelnen, seine Ernährungsweise, seine sportliche Betätigung und seinen gesundheitlichen Gesamtzustand an.

In meinem Fall wurde nach einer schweren Lungenentzündung eine massive Anämie festgesellt, die durch einen noch massiveren Eisenmangel begründet wurde, der wohl wiederrum ursächlich für die Lungenentzündung war. Natürlich verschrieb mir mein Arzt gleich ein Eisenpräparat. Das nahm ich ein ganzes Jahr lang. Sehr teuer und mit einigen Nebenwirkungen. Mein Eisenwert wurde nicht besser. Die Dosierung wurde verdoppelt. Nichts geschah. Eine HNO-Ärztin riet mir zur zusätzlichen Einnahme von Folsäure, die angeblich die Aufnahme des Eisens unterstütze. Meine Frauenärztin wollte es daraufhin mit einer hochdosierten, intravenösen Eisenzufuhr versuchen. Genauso wie ein Hämatologe: „Ich pumpe sie so mit Eisen voll, dass sie beim Schwimmen rosten“. Er allerdings merkte aber auch an, dass ich womöglich gar kein Eisen aufnehmen könne und untersuchte mich daraufhin auf Zöliakie. Er sollte Recht behalten, eine Magenspiegelung bestätigte den Verdacht, dass meine Darmzotten von Gluten zerstört wurden und gar nicht mehr in der Lage waren, Nährstoffe wie Eisen, Vitamin D u.ä. aufzunehmen. Die jahrelange Zufuhr von Nahrungsergänzungsmitteln war also für die Katz. Nach dem Verzicht auf Gluten in Form von Brot, Bier, Pizza, Nudeln und Convenience Produkten stieg mein Eisenwert innerhalb weniger Wochen auf den unteren Normbereich.

Meine Ernährung musste ich also komplett umstellen. Ich achte bei der Nahrungsauswahl vermehrt auf die Zufuhr von Eisen und Vitamin D. Aber nicht mehr durch Orthomol, Ferro Sanol oder sonstige synthetische und synthetisch teuren Mitteln. Sondern durch Rote Beete, rote Säfte, Rindfleisch und viele Aufenthalte an der frischen Luft, vor allem in der Sonne. 15 Minuten am Tag reichen angeblich aus, um die Vitamin D Produktion anzukurbeln.

 

Nährstoffe erst einmal über Nahrung und Lebensweise regulieren

Wir als Verbraucher werden nicht prüfen können, ob uns die zusätzliche Einnahme synthetisch hergestellter Nahrungsergänzungsmittel in gewissen Situationen hilft. Unser Befinden hängt von zu vielen unterschiedlichen Faktoren ab. Was ich damit sagen will: Jedes Lebewesen hat einen ganz eigenen Blutwert, der sich nach ganz individuellen Umständen zusammensetzt und der sich nicht immer an sogenannten Normwerten orientieren kann. Erst müssen wir schauen, ob überhaupt und warum etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Erst dann können wir wirksam versuchen, es wieder herzustellen. Wenn wir einen einfachen Magnesiummangel haben, treiben wir vielleicht zu viel Sport oder sollten es mit einer Banane versuchen. Im Winter schützen wir uns mit Äpfeln, Orangen und Mandarinen vor dem Schnupfen. Ganz verhindern können wir ihn sowieso nicht. Eine Rote Beete Salat mit Sellerie und Apfel hilft den Damen über die Menstruation. Eine langfristige sojareiche Ernährung kann zu verminderten Wechseljahresbeschwerden führen. Kann, muss nicht. Bewiesen ist allerdings, dass Asiatinnen kaum unter Beschwerden in den Wechseljahren leiden. Hochdosierte Sojapräparate hingegen stehen in der Kritik. Wer also nichts falsch machen will, ernährt sich einfach viel mit Soja und hofft auf die positive Wirkung der Isoflavone und Phytoöstrogene. Kürbiskernöl soll die Prostata schützen, ein gutes Mineralwasser Leistungsabfall und Konzentrationsschwäche entgegen wirken. Bei leichten depressiven Verstimmungen rate ich erst einmal, den inneren Schweinehund zu überwinden, an die Luft zu gehen und sich nach ein wenig körperlicher Bewegung ein Crêpe Suzette mit Banane und Nutella zuzubereiten. Das ist nicht gesund, aber macht glücklich. 🙂

 

Fazit

In den Kulturkreisen, in denen viel Geld für Supplemente ausgegeben werden kann, hat auch jeder die Möglichkeit, sich gesund zu ernähren. Mit reichlich frischem Obst und Gemüse, magerem Fleisch und im besten Fall einem schonenden Dampfgarer. Wenn wir auch zu viel am Schreibtisch sitzen müssen, können wir nach der Arbeit im Wald joggen oder zu Fuß nach Hause gehen. Das alles sollten wir erst einmal den teuren Präparaten vorziehen. Dann müssen wir auch nicht mitstreiten, wenn es darum geht: Die Vitaminlüge – nutzen oder schaden Vitamintabletten?



Share 'Alle reden drüber: Was schließe ich aus der „Vitaminlüge“?' on Delicious Share 'Alle reden drüber: Was schließe ich aus der „Vitaminlüge“?' on Digg Share 'Alle reden drüber: Was schließe ich aus der „Vitaminlüge“?' on Facebook Share 'Alle reden drüber: Was schließe ich aus der „Vitaminlüge“?' on Google+ Share 'Alle reden drüber: Was schließe ich aus der „Vitaminlüge“?' on LinkedIn Share 'Alle reden drüber: Was schließe ich aus der „Vitaminlüge“?' on Pinterest Share 'Alle reden drüber: Was schließe ich aus der „Vitaminlüge“?' on reddit Share 'Alle reden drüber: Was schließe ich aus der „Vitaminlüge“?' on StumbleUpon Share 'Alle reden drüber: Was schließe ich aus der „Vitaminlüge“?' on Twitter Share 'Alle reden drüber: Was schließe ich aus der „Vitaminlüge“?' on Add to Bookmarks Share 'Alle reden drüber: Was schließe ich aus der „Vitaminlüge“?' on Email Share 'Alle reden drüber: Was schließe ich aus der „Vitaminlüge“?' on Print Friendly

Keine Kommentare »

No comments yet.

RSS feed for comments on this post. TrackBack URL

Leave a comment

CAPTCHA
*

Ich will Zeit für mich. Ich stehe im Vordergrund.

Ich benötige Entspannung, gesunde Ernährung, Medical Wellness und Gesundheit, um in Balance mit mir selbst zu kommen. Ich muss dafür nicht weit reisen. Dies alles bietet mir die IchZeit. Hier in Deutschland, in Rheinland-Pfalz.