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IchZeit Rheinland Pfalz
17.07.2012 von:
17
Jul
Aniko
von
Kategorie: Glücks-Momente,

Aus! Zeit! Mit der digitalen Diät zur entspannten Strandfigur

Vom medialen Entzug und Druckerschwärze als haptisches Highlight

Im Airport-Kiosk schaut er mich an – der aktuelle Spiegel, auf dem -ganz passend zur Urlaubszeit- ein zugeschnürtes IPhone auf dem Titelbild prangt mit der Überschrift „Sei still – die digitale Diät“. Es gibt wohl kaum mehr jemanden, den der Titel auf dem Weg in die Ferien nicht anspricht. Der Spiegel hält uns also den eigenen Spiegel vor?

Auch ich habe mir fest vorgenommen, mich im spanischen Ferienhaus mehr den Kindern, dem Partner, dem Schwimmen und sogar einem gedruckten Buch zu widmen und einen soften Entzug von der digitalen Dauererreichbarkeit zu versuchen.

Nun sehe ich dieses Magazin vor mir und stelle fest: es geht wohl nicht nur mir so! Und noch schlimmer: Ich frage mich, ob es mir wohl gelingen wird, der Facebook Versuchung zu widerstehen? Geschäftsemails zu ignorieren? Das Smartphone im Haus zu lassen, wenn ich an den Strand gehe und nicht verzweifelt nach offenen WLAN Netzen suche? Es ist ein bisschen wie von der Zigarette wegzukommen. Eine geht noch. Nur noch eine Statusmeldung…schließlich muss das Titelbild des Spiegels gepostet, kommentiert und geliked werden. Aber danach, danach ist erst mal Schluss. Versprochen. Geht ja auch nicht anders. Ich muss ja zwei Stunden fliegen. Offline quasi. Zum Glück gibt es ja noch keinen „Wo bist Du gerade“-Button an Bord. „Flug XY1234 CGN-BCN17 A,C,D“ würde dann da stehen. Als Statusmeldung vielleicht „schnallt sich gerade an“, „bekommt gerade einen Tomatensaft, mit Salz und Pfeffer“ oder noch besser „hebt gerade ab“. Nein, 2 Stunden „off“ müssen schon drin sein.  Und siehe da: während die Boing massiv beschleunigt beginne ich allmählich zu entschleunigen. Zumindest für 1:55 Std.  Denn dann, am Urlaubsort angekommen, will man ja doch den (mehr oder weniger interessierten) Freunden mitteilen, dass man endlich da ist. Also doch noch eine einzige Zigarette. Was bei ihr der tiefe Zug ist, ist bei Facebook das „Liken“ oder noch mehr das „geliked werden“.

Nach nun 4 Tagen habe ich es endlich geschafft, den kompletten Spiegel zu lesen. Die Printausgabe, um es zu verdeutlichen! Es war herrlich. Die Kinder spielten miteinander, das Meer rauschte und ich konnte regelrecht Seiten umblättern. Ein herrliches Gefühl. Ich hatte Druckerschwärze an den Fingern. Ein fast vergessenes haptisches Erlebnis. Genauso wie das akustische: ich höre Möwengeschrei statt SMS-Signal, Kinderlachen statt Email-Benachrichtigung, Meeresrauschen statt Tinnitus.

Der Suchtfaktor nimmt allmählich ab, doch ob er aufhören wird? Wohl nicht ganz: am Abend schaue ich dann doch mal schnell überall rein und mache mich damit sofort wieder präsent: Emails werden gelesen und müssen natürlich beantwortet werden.  Facebook hat mich mittlerweile in einer kleinen spanischen Hafenstadt geortet und eigentlich könnte ich doch noch schnell im Auftrag des Kunden posten, welche Tagesausflüge ich meinen Freunden in den Ferien empfehlen kann. Oder ich schreibe für die IchZeit, denn an die habe ich zu allererst gedacht bei der „Digitalen Diät“. Diät heißt ja nicht, ganz zu verzichten. Nur zu reduzieren. Oder Verhaltensweisen zu überdenken und zu ändern. Ich kann diese Diät nur jedem nahe legen. Es ist nicht leicht, aber es hilft ungemein, den Kopf frei zu bekommen und den Blickwinkel wieder auf das Wesentliche zu fokussieren. Bedenken Sie alleine mal die veränderte Kopfhaltung: Statt kontinuierlich leicht gebückt nach unten zu schauen und damit eine einseitige Fehstellung der Nackenwirbel zu riskieren, kann sich das Genick volle 14 Tage entlasten, indem es mal wieder das geradeaus in die Ferne gucken übt oder, jetzt übertreibe ich eventuell ein bisschen, gar mal nach links oder rechts. Eben über den IPad-Rand hinaus.

Ein bisschen komme ich mir hier vor wie in einer Betty Ford Klinik oder einer anderen Rehab. Ich versuche es Tag für Tag und es gelingt jeden Tag ein bisschen mehr. Klar ist: Wir können uns der digitalen Welt nicht mehr entziehen und Alltagsgewohnheiten im Urlaub nicht komplett ausblenden. Vor allem in meinem Beruf gehören die neuen Medien zwangsläufig dazu und ich möchte keines davon missen. Aber wir müssen den richtigen Umgang mit ihnen lernen. Genauso wie bei einem guten, kalorienreichen Essen. Gut portioniert, hin und wieder und in Maßen ist alles erlaubt, so lange es nicht übertrieben wird. Genauso klappt das auch mit der digitalen Diät.

So, jetzt gehe ich „offline“, nehme mir mein „Print“-Buch, schalte den Klappcomputer aus, trinke einen guten spanischen Wein und genieße die AusZeit! Also: Klappe! Aus! 🙂

 

 



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4 Kommentare »

  1. Jeanette — 17. Juli 2012 @ 08:17

    Liebe Aniko,

    danke für diesen herrlichen Beitrag, ich musste an so vielen Stellen schmunzeln, denn mir ging es vor drei Wochen in meinem Urlaub genauso! Entzugserscheinungen, wo und wann habe ich das nächste freie W-LAN…die gleichen Gedanken 🙂
    Und ja es stimmt, es ist reine Erziehung des eigenen Verhaltens sich ein Buch oder die Kamera zu schnappen und Augen und Ohren bewusst auf seine neue Umgebung einzulassen. Und ich glaube viele von uns können auch gar nicht mehr wirklich still sitzen, schweigen und den Augenblick genießen!

  2. Dana — 17. Juli 2012 @ 13:47

    Das ist wirklich ein toller Beitrag und in vielen Dingen habe ich mich sofort wiedererkannt. Im Urlaub merkt man immer erst, wie sehr Smartphone, Emails und Facebook doch zum Alltag gehören.

    Ich versuche im Urlaub auch immer Abstand von diesen Dingen zu nehmen und mich auf andere Dinge zu konzentrieren. Und tatsächlich klappt es auch irgendwie und das zeigt mir dann immer wieder, dass es doch nicht notwendig ist jeden Tag 10mal Facebook zu checken und ständig über Handy erreichbar zu sein. Das Leben geht auch so weiter.

  3. Udo
    Udo — 18. Juli 2012 @ 10:17

    Danke für diesen herrlichen und so zutreffenden Beitrag.
    Udo

  4. Isa — 2. Mai 2016 @ 15:45

    Das ist so zutreffend. Immer wieder stelle ich fest, dass man sich auf den Urlaub freut, auf die Ruhe und die Entspannung, und dass man sein Smartphone am Ende trotzdem nicht dauerhaft zur Seite legen kann. Am besten gelingt es immer noch beim Wandern im Urlaub Dolomiten.

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