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IchZeit Rheinland Pfalz
10.09.2012 von:
10
Sep
Aniko
von
Kategorie:

Die digitale Diät 2.0 Ein Resümee

Die Ferien sind zu Ende, die Schule hat wieder begonnen. Vorbei die Zeit an Strand oder Badessee, in der linken Hand ein Buch,  der rechten einen (Frucht-)Cocktail und im Sonnenuntergang spielende, glückliche Kinder.

Nach dem Feedback zu meinem letzten Blogeintrag „Aus! Zeit! Mit der digitalen Diät zur entspannten Strandfigur“ würde mich jetzt mal interessieren, wie Euer „Entzug“ verlaufen ist? Habt Ihr Euch vielleicht heimlich auf Euren Heimcomputer gefreut? Wart Ihr neugierig, was Eure Freunde in den letzten zwei Wochen so gepostet haben? Oder seid Ihr doch heimlich im Urlaub „online“ gegangen, um Euren Status mit Bildern von Strand, Palmen, Bergen, Weingütern oder Wanderwegen zu aktualisieren?

Ich gebe zu: Ich bin zu oft zu schwach geworden. Mein Problem: Unser Nachbar am Ferienort hat ein offenes WLAN. Au backe, so wird das natürlich nichts mit der digitalen Diät, dachte ich mir gleich, auch wenn ich mich natürlich wie ein kleines Kind freute, dass ich nicht wochenlang von der Welt abgeschnitten sein würde. Man fühlt sich in seinem kleinen Kosmos doch schnell ein wenig beengt, wenn man nicht mehr mitbekommt, was um einen herum geschieht. Früher reichte noch eine Satellitenanlage, die mir um 21:45 Claus Kleber ins Ferienhaus beamte. Aber immer nur Euro Krise ist ja nicht wirklich lustig, also muss man sich in der Mediathek mindestens die „Heute Show“ runterladen können. Hinzu kommt die Suche nach der besten Tapas Bar, der urigsten Straußwirtschaft oder dem Weg zur nächsten Tourismusinformation via Google Maps. Oder wann habt Ihr zuletzt jemanden mit einer Straßenkarte in der Hand gesehen??? Ich kann mir die Fingerzeiger und das Getuschel schon vorstellen: Schau mal…die sind offline. Suchen sich den Weg noch selber raus, anstatt ihn sich von Siri ansagen zu lassen. Oder ich höre die Kinder sagen: „Mama, was haben die Leute da komisches in der Hand?“ „Das nennt man Stadtplan, Kinder. Das hatte man früher mal. Damals“

 „Ich bin dann mal weg“ Aber niemals geht man so ganz

Online zu gehen im Urlaub hatte positive wie negative Seiten. Die positive: Durch die entspannte Atmosphäre  (oder den Genuss diverser Caipi) war ich unglaublich kreativ und konnte das gleich umsetzen. Ich kommunizierte via Skype & Co umsonst mit Freunden und Familie, fast so, als sei ich gar nicht weg. Der Nachteil: Ich war auch gar nicht richtig weg. Denn man schaltet weder wirklich ab, noch bekommt man genug Abstand vom Alltag. Früher hat man maximal einmal zuhause angerufen um nur 4 Statusmeldungen in 60 Telefonsekunden abzugeben: „Alles bestens, Hotel schön, Essen schlecht, Wetter supi. Geht’s der Katze gut? Danke und tschüss“ Ansonsten hörte man 14 Tage nichts von Krieg, klimatischen oder menschlichen Katastrophen, und bekam auch das Sommerloch von Politik und Medien nicht mit, was ein deutlicher Vorteil sein kann.

 Urlaubsanekdoten? Fehlanzeige

Was aber wirklich schade ist: man hat sich nach dem Urlaub nichts mehr zu erzählen! Früher packte man sein liebevoll geklebtes Fotoalbum aus und nervte höfliche Nachbarn, Freunde und Verwandte mit seinen Urlaubserzählungen. Heute begrüßt Dich ein entfernter Bekannter auf der Straße mit den Worten: „Und, habt Ihr den Dieb bekommen, der Dir in Barcelona die Tasche aus dem Auto geklaut hat?“ Egal, wem ich davon erzählen wollte, jeder wusste es bereits. Mit einer einzigen Ausnahme. Eine Freundin schaute ganz fragend und löste im Café großes Erstaunen aus: „Wie, Du weißt das nicht? Ach ja…Du warst ja auf dem Schiff offline“ (Du armes Ding). Ansonsten weiß doch jeder, wann und mit wem Du an welchem Strand gelegen hast, welchen Steig Du bewandert und welches Naturschutzgebiet Du durchradelt hast und welche Burgen, Schlösser, Weingüter und sonstige Sehenswürdigkeiten auf Deiner Strecke lagen. Im Gegenzug dazu liest Du fast täglich, wie furchtbar schlecht das Wetter in der Heimat ist und dass Deine Freunde Depressionen oder Beziehungsprobleme haben. Dann kann man ja eigentlich auch zu Hause bleiben und sich über den IPod mit Meeresrauschen  oder Vogelgezwitscher berieseln lassen. Abschalten und Abstand gewinnen funktioniert so jedenfalls nicht. Nebenbei hast Du nämlich noch die ein oder andere Geschäftsmail beantwortet und Dich dafür mal kurz in die laufenden Arbeitsprozesse eingedacht, während Deine Kinder noch genervter als sonst vor Deiner Sonnenliege standen, weil Du mal wieder und selbst im Urlaub „arbeiten“ musst.

 Vom Arbeitgeber in die digitale Wüste geschickt

Mein Mann hatte es da einfacher als ich. Er darf während seines zweiwöchigen Haupturlaubs keine einzige Geschäftsmail beantworten und man darf ihm auch keine schicken. Er darf noch nicht einmal im Büro anrufen. Das ist ganz dumm, wenn man in der Zeitung liest, dass gerade 1.500 Leute seines Bereichs entlassen werden sollen. Da zwickte und zwackte es ihn ganz schön in den Fingern. Aber er durfte nichts unternehmen, was seinen Wissensdurst hätte stillen könne. Dazu kommt, dass er „nur“ ein Blackberry hat. Surfen, twittern, facebooken, etc…das macht alles keinen Spaß mit dem „Gameboy für Banker“. Also musste er sich ein Buch nehmen und abwarten, bis er wieder zu Hause war. Für seinen Seelenfrieden war das sehr gut. Er hätte eh nichts unternehmen können. Aber wo wir gerade beim Thema sind: Wenn wir von digitaler Diät sprechen, müssen wir auch gleiche eine „mediale Diät“ einlegen und fairerweise auch die „alten Medien“ verdammen: Die Information über den geplanten Stellenabbau fand mein Mann nicht bei facebook oder google, sondern an einem spanischen Zeitungskiosk. Es ist also nicht nur das Internet schlecht für die Entspannung, sondern die globale ständige Informationsflut im Allgemeinen.

Das Internet: Droge? Medizin? Oder ein guter Rotwein?

„Online“ sein erscheint fast wie eine neue Droge. Aber mit dem Unterschied, dass das Internet nicht nur schlecht ist. Alleine schon die IchZeit Seite. Man kann wunderbar darin stöbern, Fachartikel über Gesundheits- und Wellnessthemen nachlesen, sich informieren über gesunde Ernährung und Entspannungsmethoden oder sich tolle Tipps über Ausflugsziele in Rheinland Pfalz einholen und ganz nebenbei das perfekte Wellnesshotel für mich und meine Familie buchen. Ist doch super! Warum auf so etwas verzichten? Also ist das World Wide Web nicht wirklich eine Droge, sondern eher eine hilfreiche Medizin mit Nebenwirkung bei Überdosierung? Ein Aspirin nimmt man ja auch nicht pausenlos und ohne Grund, sondern nur bei Bedarf. Ein noch schöneres Bild ist aber, das Internet mit einem guten Wein aus Rheinland Pfalz zu vergleichen: Herrlich wohltuend, mit einem Gewinn für alle Geschmacksknospen. Aber immer, jederzeit und allerorts verliert auch der beste Wein an Reiz und wird vom Genuss zum Verdruss.

Wir müssen die (Lern-)kurve kriegen

Mich würde mal interessieren, wie Ihr Euer Online Verhalten während der Ferien steuert. Eine Freundin hatte sämtliche Accounts bei sozialen Netzwerken deaktiviert und darüber hinaus alle Apps gelöscht, damit sie während der Ferien nicht verführt wird. Das fand ich konsequent. Aber auch erschreckend: Können wir wirklich nicht mehr die Finger davon lassen? Und anders gefragt: Müssen wir das überhaupt?

Nach den Ferien ist vor den Ferien

Wie seht Ihr das?  Brauchen wir wirklich eine „Anleitung zum offline sein“? Sind Entschleunigungs-Hotels ohne WLAN und TV in Wahrheit analoge Entzugskliniken? Wir haben jetzt alle bis zu den nächsten Ferien Zeit, im Umgang mit den neuen Medien dazu zu lernen. Bis dahin: Willkommen zu Hause, viel Spaß bei der Bewältigung der täglichen Aufgaben und immer daran denken: Noch seid Ihr entschleunigt, also geht die Sache entspannt an. Nehmt Euch Eure IchZeit-Inseln auch Montags-Freitags und: Take Care!



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2 Kommentare »

  1. Jeanette — 19. September 2012 @ 08:06

    Hallo Aniko,

    wieder lieben Dank für diesen witzigen Artikel. Das mit dem Blackberry muss ich mir undebingt merken 🙂
    Ich habe in diesem Sommmerurlaub super Erfahrungen gemacht, wenn die Urlaubszeit aus einem Wechsel von wlan-freier/internetfreier Zeit und dann wiederum Hotels mit W-Lan bestanden. Dadurch konnte man sich zwischendurch mit Status-Check und Updates belohnen, um die nächsten Tage wieder sehr entspannt und ohne Internet zu genießen. Kann ich definitv weiterempfehlen.

    Vielleicht ist der Sommerurlaub gleich wieder zu hoch gegriffen? Ein Wochenende ohne smaprtphone und Internet wäre eventuell umsetzbarer?

    Liebe Grüße, Jeanette

  2. Jeanette — 25. September 2012 @ 19:41

    Liebe Aniko,
    Ich habe die passende Lektüre gefunden, bevor der nächste Urlaub vor der Tür steht:
    Martin Suter “Abschalten-die Business Class macht Ferien”

    Sehr witzig, ironisch geschrieben, einfach zum Lachen und Nachdenken, wie weit man selbst noch davon entfernt ist.

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